Überforderung vermeiden: 5 kleine Schritte für mehr Ruhe im Alltag

Weißer Buddha-Kopf unter Bambus im Garten – Sinnbild für Ruhe und Entlastung

Viele Menschen merken Überforderung erst dann, wenn sie schon mitten in der Erschöpfung stecken. Sie funktionieren weiter und halten das für Disziplin.

Doch dein Nervensystem braucht nicht nur Leistung, sondern immer wieder auch das Gefühl von Sicherheit und Entlastung.

Was passiert bei ständigem Stress?

Die Amygdala ist ein Bereich im Gehirn, der unter anderem daran beteiligt ist, bedeutsame und möglicherweise gefährliche Situationen sehr schnell einzuschätzen.

Wenn du über längere Zeit unter Druck stehst, kaum Pausen machst und ständig das Gefühl hast, noch etwas erledigen zu müssen, kann dein gesamtes Stresssystem immer schneller auf Alarm reagieren.

Dann können schon kleine Anforderungen plötzlich zu viel erscheinen.

Du wirst schneller gereizt, unruhig oder ängstlich.
Du kannst schlechter abschalten.
Deine Gedanken kreisen.
Der Schlaf wird unruhiger.
Und selbst eigentlich harmlose Situationen können sich plötzlich belastend anfühlen.

Deinem Nervensystem immer wieder Sicherheit zu geben bedeutet deshalb nicht, dass du dich vor allem zurückziehen sollst.

Es bedeutet vielmehr, deinem Gehirn regelmäßig die Erfahrung zu geben:

Im Moment ist nichts zu lösen. Ich darf kurz aufhören. Ich bin sicher.

Diese kleinen Erfahrungen von Entlastung können deinem Stresssystem helfen, wieder besser zwischen tatsächlicher Gefahr und normaler Alltagsbelastung zu unterscheiden.

1.⁠ ⁠Freie Zwischenräume einplanen

Plane deinen Tag nicht komplett voll.

Schon zehn Minuten zwischen zwei Terminen können deinem Nervensystem helfen, eine Situation abzuschließen, bevor die nächste beginnt.

Nicht jede freie Minute muss wieder mit einer Aufgabe gefüllt werden.

2.⁠ ⁠Aufhören, bevor deine Energie komplett aufgebraucht ist

Viele Menschen machen erst Pause, wenn gar nichts mehr geht.

Versuche stattdessen, etwas früher aufzuhören.

Damit lernt dein Körper:

Ich muss nicht erst völlig erschöpft sein, bevor ich mich erholen darf.

3.⁠ ⁠Eine persönliche Tagesgrenze festlegen

Entscheide morgens, welche zwei oder drei Dinge heute wirklich wichtig sind.

Was darüber hinausgeht, ist zusätzlich – aber kein Muss.

Eine klare Grenze reduziert das Gefühl, dass die Aufgaben niemals enden.

4.⁠ ⁠Bewusst zwischen Anspannung und Entspannung wechseln

Nach einer konzentrierten oder belastenden Phase braucht dein System einen Gegenpol.

Steh kurz auf.
Geh einige Schritte.
Schau aus dem Fenster.
Atme bewusst aus.
Lockere Schultern und Kiefer.

Schon kurze Wechsel helfen dabei, nicht stundenlang im gleichen Anspannungszustand zu bleiben.

5.⁠ ⁠Tägliche Mini-Entscheidungen reduzieren

Auch viele kleine Entscheidungen kosten Energie.

Was esse ich?
Wann erledige ich etwas?
Was ziehe ich an?
Was mache ich zuerst?

Ein paar feste Abläufe und Routinen können deinen Kopf deutlich entlasten.

Und stell dir immer wieder diese eine Frage:

„Mache ich das gerade aus gesunder Disziplin – oder weil ich glaube, niemals aufhören zu dürfen?“

Dieser Unterschied ist wichtig.

Gesunde Disziplin hilft dir, etwas zu erreichen.

Überforderung lässt dich weitermachen, obwohl dein Körper längst nach einer Pause verlangt.

Stressfreiheit bedeutet deshalb nicht, dass dein Leben vollkommen stressfrei sein muss.

Es bedeutet, dass dein Nervensystem immer wieder erlebt:

Anspannung darf kommen – und sie darf auch wieder gehen.

Genau daraus kann mit der Zeit mehr innere Sicherheit entstehen.

Vielleicht suchst du dir für heute nur einen einzigen Punkt aus und setzt ihn bewusst um.

Kleine Schritte sind wichtig. Denn jede kleine Veränderung, die du regelmäßig wiederholst, kann deinem Nervensystem zeigen: Ich muss nicht ständig funktionieren. Ich darf auch langsamer machen, Pausen zulassen und gut für mich sorgen.

Ich hoffe, diese Informationen haben dir ein paar neue Erkenntnisse gebracht und unterstützen dich dabei, besser auf deine eigenen Grenzen zu achten.

Viel Erfolg bei deinen kleinen Schritten in der Umsetzung.

Susanne Imandt-Bettzieche, Heilpraktikerin für Psyche und Körper in Bochum

Herzlichst
Susanne Imandt-Bettzieche
Heilpraktikerin für Psyche und Körper

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen